Flugschriften der Reformation als Medienereignis

1554 gelangte mit der Bibliothek des ansbachisch-markgräflichen Kanzlers Georg Vogler mit 58 Bänden eine der bedeutendsten Flugschriftensammlungen in Rothenburger Besitz. Ihre Inhalte zu vermitteln und die Umwälzungen der Medienlandschaft des frühen 16. Jahrhunderts darzustellen, hat sich das Reichsstadtmuseum mit einer Sonderausstellung zur Aufgabe gemacht.
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Premiera: Tagung des Frankenbundes in Rothenburg

Zugegeben:
es ist nur ein Punkt dabei, den auch "nur" Interessierte Rothenburger und nichtdelegierte des Frankenbundes wahrnehmen können. Aber der scheint höchst interessant zu sein. Und genau deshalb machen wir dafür Werbung und laden ein, ab 15:00 Uhr dabei zu sein.

Premiere:

Bundestag des Frankenbundes in Rothenburg ob der Tauber!
Mit geändertem Programmablauf

Erstmals in seiner Geschichte tagt der Frankenbund am 22. Oktober 2016 in Rothenburg ob der Tauber; zu Gast sind wir im zentral gelegenen Mittelalterlichen Kriminalmuseum.

10:00 Uhr
Nach einem Begrüßungsimbiss (ab 9:00 Uhr)
treffen wir uns im Festsaal der Johanniterscheune auf dem Museumsgelände zum Festakt, auf dem - wie in den Jahren zuvor - unser Kulturpreis verliehen wird.

Musikalisch umrahmt wird unsere Veranstaltung von dem Rothenburger Gitarristen Oswin Voit.

Das Rothenburger Kriminalmuseum zeigt seit Mai diesen Jahres eine viel beachtete Sonderausstellung mit dem Titel:
Mit dem Schwert oder festem Glauben - Martin Luther und die Hexen.

Thematisiert werden die Auslegung des Hexerei - Delikts durch die Jahrhunderte wie auch die unterschiedlichen Stellungnahmen Martin Luthers zum Hexenwesen.

Mit dieser Ausstellungsthematik befasst sich auch der Festvortrag auf unserem Bundestag, den der Museumsleiter und Ausstellungsmacher Dr. Markus Hirte hält. In diesem Jahr wird die Festveranstaltung auf anderthalb Stunden gekürzt, damit die Delegierten und Nicht-Delegierten genügend Zeit haben, sich bei freiem Eintritt das Kriminalmuseum mit der Sonderausstellung wie auch die eine oder andere Sehenswürdigkeit in Rothenburg anzuschauen.

Am Nachmittag um 15 Uhr treffen sich die Delegierten wieder im Festsaal zur jährlichen Delegiertenversammlung; den Nicht-Delegierten wird währenddessen eine besondere Stadtführung geboten.

Auf zahlreiches Erscheinen unserer Mitglieder freut sich die Bundesleitung.

Was Sie erwartet:

09.00 Uhr:
Kleines Begrüßungsfrühstück im Foyer der Johanniterscheune / Mittelalterliches Kriminalmuseum Rothenburg

10.00 Uhr:
Festakt im Festsaal der Johanniterscheune

Begrüßung:
Dr. Paul Beinhofer
Regierungspräsident von Unterfranken, 1. Bundesvorsitzender des Frankenbundes

Grußworte:
OB Walter Hartl
Stadt Rothenburg

Dr. Hellmuth Möhring
2. Vorsitzender des Vereins Alt-Rothenburg und
Direktor des Reichsstadtmuseums

Festvortrag:
Luther und die Hexen
Dr. Markus Hirte, LL.M.
Direktor des Mittelalterlichen Kriminalmuseums, Rothenburg,


Verleihung des Kulturpreises des Frankenbundes:
Überreichung der Urkunde mit anschließender Laudatio

Schlußwort:
Prof. Dr. Werner K. Blessing,
2. Bundesvorsitzender des Frankenbundes

Musikalische Umrahmungvon Oswin Voit (Rothenburg)

11.30 Uhr – 15.00 Uhr:
Rothenburg erkunden
mit kostenlosem Eintritt in die Sonderausstellung „Luther und die Hexen“

Nachmittagsprogramm der Delegierten:

15.00 Uhr
Delegiertenversammlung im Festsaal der Johanniterscheune


Nachmittagsprogramm der Nichtdelegierten:

15.00 Uhr
zweistündige Stadtführung;
Treffpunkt: Johanniterscheune

Fundstück aus dem Internet

Durch purem Zufall habe ich dieses kleine, kurze Filmchen über den Wiederaufbau Rothenburgs im Internet endeckt. Leider ohne jegliche Quellenangabe. Falls der Autor bzw. der Rechteinhaber ausfindig zu machen ist, bitte ich um eine kurze Mitteilung.

Fundstück aus dem Internet

Ein Könner, der bis heute fasziniert

Reichsstadtmuseum: Philippi-Ausstellung eröffnet

ROTHENBURG – Die Tauberstadt kann sich rühmen von vielen großen Künstlern entdeckt worden zu sein – und dabei gibt es immer wieder neue Schätze zu heben. So auch bei der aktuellen Ausstellung im Reichsstadtmuseum zum 150. Geburtstag des Malers Peter Philippi. Dessen meisterliches Können stellte sein Großneffe Dr. Krapp heraus.
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Hier kommen Sie direkt zu den Infos zur Philippi-Ausstellung auf der Netzseite des Reichsstadtmuseums:

Bitte beachten Sie:
Wir müssen den Röderturm leider vorübergehend wegen eines Trauerfalls schließen. Die Wiedereröffnung wird hier bekanntgegeben.

Reich bebildert:

Anschaulicher Vortrag: Prof. Dr. Alison Rowlands ist im Verein Alt-Rothenburg ein immer gern gesehener Gast und bekannte Referentin.

Voller Saal:

Aufmerksame Zuhörerinnen und Zuhörer in der "Kelter" der "Glocke".

Viele interessante Redebeiträge

gab es nach dem Vortrag von Prof. Dr. Alison Rowlands.

Linde-Verzeichnis aktualisiert

Dr. Hellmuth Möhring

© Jochen Ehnes

Dr. Hellmuth Möhring, 2. Vorsitzender des Verein Alt-Rothenburg, hat sich die Mühe gemacht und das Verzeichnis der "Linde" von Beginn 1909 bis zum Jahr 2014 aktualisiert.

Sie können es sich hier als PDF-Datei herunterladen. Eine interessante Lektüre. Erstaunlich, welche Beiträge man hier (wieder) findet.
zum aktuellen Verzeichnis [1.092 KB]

Der Zeit voraus: das Reichsstadtmuseum Rothenburg

01. Oktober 2016 - 30. September 2017
Medien der Reformation - Kampf der Konfessionen.
"Shitstorm" in der Renaissance?


Der ansbachische Kanzler Georg Vogler hinterließ nach seinem Tod 1550 der Stadt Rothenburg eine riesige Sammlung von reformatorischen Flugschriften. In diesem Fundus wird der erbittert geführte Glaubens- und Kulturkampf, der während der Reformation tobte, auf dramatische Art deutlich.

Das Reichsstadtmuseum wird in einer Ausstellung diese Konflikte, die sich sehr stark in den frühen Printmedien der Neuzeit niederschlugen, wieder aufleben lassen. Den Auswirkungen kann man heute noch nachspüren und findet erschreckende aktuelle Parallelen: Bildersturm, zerstörte Gebäude, Hassprediger sind keine Phänomene der Gegenwart, sondern waren damals bereits Realität.

Natürlich werden auch wieder Aktionen am Internationalen Gästeführertag, zum "Rothenburger Frühling", Tag des offenen Denkmals und während der "Stadtmosphäre" stattfinden. Diese werden kurzfristig hier, im Rothenburger Veranstaltungskalender und / oder im Fränkischen Anzeiger bekanntgegeben.

Jahresgabe 2015 erschienen

Pünktlich zum Fest

Als Jahresgabe für 2015 bietet der Verein Alt-Rothenburg seinen Mitgliedern einen kunstgeschichtlichen Leckerbissen. Im Verlag des Vereins ist vor kurzem Johanna Kätzels Studie über "Das Grabmal des Hans von Peulendorf und seiner Frau Margarethe von Ehenheim in der Franziskanerkirche zu Rothenburg ob der Tauber" erschienen. Auf 179 Seiten wird das Wesen spätmittelalterlicher Epitaphien exemplarisch beschrieben und erklärt. Das Buch wurde bei Schneider-Druck in Rothenburg in mustergültiger Qualität hergestellt, das Layout besorgte Dr. Hellmuth Möhring.

Rothenburgs Kirchen sind relativ arm an figürlichen Grabmälern. In der Johanniskirche finden wir eines für Jörg von Scharstett (verstorben 1459) und ein weiteres für Wolfram Geisendörfer (1455). In der Spitalkirche befindet sich das Epitaph des Grafen Otto von Flügelau (1317). Und in der Franziskanerkirche haben sich die Großplastiken des Peter Kreglinger (1404), des Dietrich von Berlichingen (1484) und eben die des Peulendorf-Ehepaars erhalten.

(Foto: Reichsstadtmuseum)

Als Säulengrabmal und als Doppelgrabmal ist Letzteres zunächst rein äußerlich schon etwas Besonderes. Aber auch seine Aussage hebt es über viele zeitgenössische Vergleichsobjekte hinaus, es handelt sich nicht um ein "Standardgrabdenkmal". Denn hier wird das Selbstverständnis des spätmittelalterlichen Adels sehr deutlich: Wie sehe ich mich, wie will ich von meinen Mitmenschen (und der Nachwelt) gesehen werden? Johanna Kätzel hat sowohl das Kollektive wie das Individuelle herausgearbeitet und die Eheleute zum einen als Vertreter ihres Standes, zum anderen aber auch als unverwechselbare Persönlichkeiten charakterisiert. Zu diesem Zweck hat sie in gründlicher Forschungsarbeit den sozialen und familiären Hintergrund des adeligen Paares recherchiert und ist sehr genau und kenntnisreich auf Rüstung und Kleidung eingegangen. Die spezielle kunsthistorische Arbeit, zu der man ein diffiziles Handwerkszeug benötigt, wird durch eine stilistische und formale Einordnung, etwa durch den Vergleich mit den Werken Riemenschneiders oder den Ansbacher "Schwanenrittern", geleistet. Zu beiden existieren deutliche Parallelen.

(Foto: Reichsstadtmuseum)

Dr. Markus Naser charakterisiert in seinem Vorwort die Arbeit folgendermaßen: "Johanna Kätzel betrachtet das Peulendorf-Grabmal nämlich keineswegs isoliert, sondern vor dem Hintergrund der spätmittelalterlichen Gesellschaft mit ihrer tiefen Frömmigkeit, ihrem ausgeprägten Standesbewusstsein und der daraus resultierenden elaborierten Begräbniskultur. Ihr Buch wird dadurch zu weit mehr als 'nur' einer wissenschaftlichen Abhandlung über ein spätmittelalterliches Grabmal. Es wird zu einer gelungenen Einführung in eine andere Zeit und in eine andere Welt, nämlich in die Welt des Mittelalters. Dass die Arbeit dennoch allen wissenschaftlichen Standards vollauf genügt und zahllose Literaturverweise und Quellenbelege enthält, macht die Arbeit nur umso wertvoller."

Unmittelbar östlich des figürlichen Denkmals ist die schlichte steinerne Grabplatte des Ehepaars (mit einer Inschriftentafel aus Messing) in den Boden eingelassen. Wer sich für die Rothenburger Geschichte und Kunst interessiert, sollte sich bei einem Besuch der Franziskanerkirche ein bisschen Zeit lassen und das Peulendorf-Grabmal genauer studieren.

Das Buch kann für 9.80 Euro im Stadtarchiv und im örtlichen Buchhandel erworben werden.

Alle Autor/innen des neuen Rothenburg-Buches

Waren alle ohne Honorar für das neue Buch aktiv

Die Autorinnen und Autoren des über 700 Seiten starken Buches zur Rothenburger Stadtgeschichte. Mit dabei: die Herausgeber, Vertreter des Theis-Verlages und OB Walter Hartl (re.) Foto: Jochen Ehnes

Großes Rothenburg-Geschichtsbuch

Von der Frühzeit bis in die Gegenwart – Beiträge ausgewiesener Experten auf 722 Seiten
Offizielle Vorstellung des Buches am Freitag, 11.12.2015


ROTHENBURG – Ein wichtiges Werk zur Rothenburger Stadtgeschichte und der des Umlandes wird im November erscheinen. Herausgeber sind Prof. Dr. Horst F. Rupp und Prof. Dr. Karl Borchardt, beide mit Rothenburg und der Stadthistorie eng verbunden. Zahlreiche Autoren bereichern das über 700 Seiten umfassende Werk.
Am Freitag, 11.12.2015 wurde das Buch offiziell im Reichsstadtmuseum vorgestellt.
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Bilder des Abends finden Sie ein Stück weiter unten.

Das berichtete der "Fränkischer Anzeiger" über die Buchvorstellung
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Schlaglichter des Abends

Wir zeigten den Film am 20. November 2015

Der Film, der nicht nur in Rothenburg

Aufmerksamkeit erregte: Er wird auf dieser Tagung gezeigt. Auch der "Brettheim"-Film wird vorgeführt.

Fundstück - Filmclip Rothenburg um 1950

Rothenburg unterm Hakenkreuz

Noch vor drei Jahrzehnten war das Thema Nationalsozialismus in Rothenburg weitgehend tabu, als ob es die zwölf Jahre der Entrechtung und Entmenschlichung nicht gegeben hätte. Lediglich Dieter Balb brachte im Fränkischen Anzeiger schon früh eine Artikelserie zur NS-Zeit heraus. Doch zu einer umfassenden Aufarbeitung anderer, die man erwarten konnte, kam es nicht. Dagegen wurde in zeitnahen und zeitfernen Schilderungen der Bombardierung die „Opferrolle“ der Stadt und ihrer Einwohner unter der „Flammenwalze feindlicher Bomber“ in allen Einzelheiten darstellt. In den letzten Jahren erforschte eine Gruppe von Bürgern unterm Dach des Evangelischen Bildungswerks die Geschichte der jüdischen Gemeinde in Rothenburg und damit auch ihr tragisches Ende in der NS-Zeit.

Auch wenn der Verein Alt-Rothenburg in den letzten Jahren sich des Themas in Publikationen lobenswert annahm, so haben bis heute diejenigen, die für die Darstellung der Stadtgeschichte Verantwortung getragen haben und tragen, die Jahre des Nationalsozialismus bis heute umfassend und zusammenhängend nicht erforscht und somit auch nicht begreiflich gemacht, wie dieser nationalsozialistische Hochmut in Rothenburg schon in den 1920er-Jahren entstehen konnte und welche bösen Früchte er bis 1945 trug. Nicht nur die stark beklagte Bombardierung der Stadt mit 96 Toten.

Diese Online-Dokumentation, verantworten die Herausgeber und das Evangelische Erwachsenenbildungswerk Rothenburg. Mit der Darstellung der Geschehnisse zwischen 1920 und 1945 und der Jahre danach bis etwa 1960 stehen wir erst am Anfang des Versuchs, die vielfältigen Fragen zu beantworten, wie es dazu kommen konnte, dass zwölf Jahre deutscher Geschichte, eigentlich nur ein Wimpernschlag, unauflöslich mit den Verbrechen der Nationalsozialisten und mit dem Namen Adolf Hitler verbunden sind und sie ausreichten, Europa zu zerstören. Ohne die vielen kleinen Nazis in den Städten und Dörfern, ohne die vielen Mitläufer und Stummen wären diese zwölf Jahre nicht möglich gewesen. Damit lässt sich die unheimlich erscheinende Logik verbinden, dass diese Geschichte nur so und nicht anders abrollen musste.
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